Dr. Eduard Kögel
Im Leben von Rudolf Hamburger
(1903–1980) spiegeln sich die politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Er
studierte unter anderem bei Hans
Poelzig in Berlin und ging nach
der Weltwirtschaftskrise 1930 nach
Shanghai, wo er drei große Bauten
realisierte – ein Schwesternheim,
eine Schule und ein Gefängnis.
Seine Frau Ursula begann in dieser Zeit für den sowjetischen
Geheimdienst zu arbeiten. Das brachte Rudolf nach Polen und in
die Schweiz, von wo er 1939 allein nach China zurückkehrte. Damit
begann eine Odyssee durch chinesische, persische und sowjetische
Gefängnisse, bevor er 1955 aus dem GULAG in die DDR zurückkehren
konnte. Dort verewigte ihn Brigitte Reimann im Roman »Franziska
Linkerhand« in der Figur des Landauer, der beim Aufbau von Hoyerswerda an der sozialistischen Realität verzweifelt
Dr. Eduard Kögel studierte an der Universität Kassel, promovierte an der BauhausUniversität Weimar und war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt. Er
trägt als freier wissenschaftlicher Berater,
Forscher, Projektleiter und Kurator zu Diskursen über Architekturtransfer bei.
eduardkoegel.de | seam-encounters.net
Repräsentantensaal | 10,-/8,-