20.10.2026 / 9. Heshvan 5787
30.12.2024

Stellungnahme der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V.

30.12.2024

Stellungnahme

Am Sonntag, den 1. Dezember 2024 feierte die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ihr 75. Jubiläum, ein Ereignis, das die lange Tradition des Dialogs, des gegenseitigen Verständnisses und der Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden in unserer Gesellschaft würdigt. Wir haben aus diesem Anlass einen Film über unsere Arbeit vorgestellt und die Festschrift »Let´s Talk« über Geschichte und Gegenwart der GCJZ präsentiert.  Staatssekretär Oliver Friederici hob für den Senat die unverzichtbare gesellschaftliche Bedeutung der GCJZ in der Hauptstadt hervor.  Wie in den vergangenen Jahren wollten wir diesen besonderen Anlass auch mit einem angesehenen Gastbeitrag begehen. Wir haben Prof. Dr. Gesine Schwan als Festrednerin eingeladen, deren Beitrag unsere Geschichte und Bedeutung unterstreichen sollte.  Leider hat sich Frau Schwan entgegen unseren Erwartungen nicht nur auf das Jubiläum konzentriert, sondern ihre Rede in unangemessener Form auch auf die aktuelle politische Lage in Israel fokussiert. Dabei äußerte sie sich sehr kritisch zum Vorgehen der israelischen Regierung gegen die Hamas, was bei vielen unserer Gäste, insbesondere den jüdischen Mitgliedern, großes Unbehagen und Entsetzen auslöste. Einige verließen daraufhin den Saal.  Wir betonen ausdrücklich, dass die geäußerten Ansichten von Frau Schwan in keiner Weise die Haltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit widerspiegeln. Wir als Gesellschaft haben die erforderliche Empathie und sensible Balance, gerade bei der Wortwahl ihrer Kritik, schmerzlich vermisst. Unsere Gesellschaft steht seit ihrer Gründung für den Dialog und die Verständigung zwischen Religionen und Kulturen. Der Nahostkonflikt sollte nicht bestimmendes Thema dieser Feierlichkeit sein, sondern vielmehr die langjährige Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden in Berlin.  Wir bitten um Entschuldigung für diese unpassende Rede und distanzieren uns von ihr. Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst und werden ihn gründlich aufarbeiten, um sicherzustellen, dass unsere gemeinsamen Werte und der respektvolle Dialog auch in Zukunft gewahrt bleiben. Diejenigen, die nun den christlich-jüdischen Dialog in Frage stellen, nehmen wir sehr ernst. Wir wollen sie nicht verlieren. Gerade in diesen schwierigen Zeiten halten wir den gemeinsamen Dialog für unverzichtbar und werden weiterhin aktiv dafür arbeiten.  

Der Vorstand der GCJZ Berlin

Michael Brinkhoff
Marion Gardei
Norbert Kopp
Beatrice Loeb
Reinhard Naumann
Dr. Jessica Schmidt-Weil
Bernd Streich

 

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