24.10.2026 / 13. Heshvan 5787
18.04.2024

Sicherung der Unabhängigkeit des Abraham Geiger Kollegs im Mittelpunkt – Intensive Gespräche zwischen internationalen Organisationen des Liberalen Judentums und Jüdischer Gemeinde Berlin

18.04.2024

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin führt zurzeit intensive Gespräche mit den nationalen und internationalen Institutionen des Liberalen Judentums über die Zukunft des unter ihrer Trägerschaft stehenden Abraham Geiger Kollegs (AGK) in Potsdam. Beteiligt sind die World Union for Progressive Judaism, ihre europäische Mitgliedorganisation, die deutsche Union Progressiver Juden sowie die neugegründete Liberale Rabbinervereinigung, die Vertreterin liberaler Rabbiner und Rabbinerinnen. Dabei geht es vor allem um konkrete Strukturreformen, die die Unabhängigkeit des AGK vor politischen Einflüssen sichern und auch strenge Compliance-Regeln enthalten. Die Gemeinde hat mit Unterstützung einer renommierten Anwaltskanzlei unter anderem eine Geschäftsordnung erarbeitet, die die liberal-jüdische Ausrichtung und die Unabhängigkeit des Rabbiner- und Kantorenseminars von politischen Organisationen, die keine direkte Beziehung zum Liberalen Judentum haben, sichern. 

 „Die Gespräche mit den Vertretern des Liberalen Judentums finden in einer angenehmen und lösungsorientierten Atmosphäre statt“, betont Gideon Joffe, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

Die vorgeschlagene Neustrukturierung umfasst auch die Zusammenarbeit mit dem Zacharias Frankel Kolleg, dem Rabbinerseminar der jüdisch konservativen Masorti-Strömung, das auch unter der Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde zu Berlin steht. Hier hat die Jüdische Gemeinde erst kürzlich die Berliner Rabbinerin Gesa Ederberg mit der Leitung beauftragt. „Wir bieten in unserer Neustruktur auch den zuständigen Institutionen des konservativen Judentums eine gleichwertige Zusammenarbeit und hoffen, dass auch hier in Kürze Gespräche stattfinden können,“ bekräftigt Joffe.

„Die Liberale Rabbinervereinigung begrüßt den pragmatischen Ansatz, das bestehende Abraham Geiger Kolleg zu erhalten und in einer erneuerten, nachvollziehbaren und zukunftsfähigen Gremienstruktur weiterzuentwickeln“, so Rabbiner Alexander Grodensky, Vorsitzender der Liberalen Rabbinervereinigung.

Die Deutsche, die Europäische und die Welt Union des Progressiven Judentums, die bereits im Februar in einem offenen Brief die gute Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde betont hatten, sehen in den laufenden Gesprächen eine gute Ausgangbasis für die Zukunft. „Wir diskutieren die uns übermittelten Dokumente in unseren Gremien und werden in Kürze die gemeinsamen Gespräche fortsetzen“, so Rabbinerin Lea Mühlstein, Vorsitzende der Europäischen Union. „Und wir setzen uns ein, dass der Zentralrat in einen konstruktiven Dialog mit der Jüdischen Gemeinde eintritt“.

Die Jüdische Gemeinde hatte bereits ihre Bereitschaft hierzu mitgeteilt.

Mehr lesen

09.10.2026 Beiträge

Hauptausstellung der Jüdischen Kulturtage Berlin muss abgesagt werden
Berlin, 09.10.2026 - Die Jüdische Gemeinde zu Berlin muss die geplante Hauptausstellung der diesjährigen Jüdischen Kulturtage Berlin absagen. Grund ist eine Finanzierungslücke von 150.000 Euro, die nach der Ablehnung beantragter Fördermittel entstanden ist.

08.10.2026 Pressemitteilung

Papier ist geduldig – entscheidend ist die Zustimmung der gesamten Berliner Linken
Die heute veröffentlichten Vereinbarungen von SPD, Grünen und Linken treffen auf erhebliches Misstrauen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft Berlins.

22.09.2026 Beiträge

Statement zum Ergebnis der Berliner Abgeordnetenhauswahl
„Berlin steht vor massiven Herausforderungen"