29.09.2026 / 19. Tishri 5787
01.05.2025

»Seid Menschen!«

01.05.2025

Friedenspreis für Margot Friedländer

Am 4. April wurde die 103-jährige Schoa-Überlebende Margot Friedländer mit dem Sonderpreis der Westfälischen Friedenskonferenz geehrt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte ihr öffentliches Engagement und ihren »Einsatz für das menschliche Miteinander«. Friedländer helfe »uns nicht nur, uns zu erinnern«, sagte Steinmeier. Sie kläre auf, was Deutschland vor 1933 in den Abgrund geführt habe. Die Botschaft Friedländers anzunehmen bedeute, »das Gute, das wir haben, zu schätzen und zu verteidigen», gerade »in Zeiten der Krise, der Bedrohung der Demokratie und der Ignoranz gegenüber der Verantwortung aus unserer Geschichte»
Margot Friedländer nahm den Preis sichtlich bewegt entgegen: »Es bedeutet mir sehr viel. Was damals geschehen sei, »darf nie, nie wieder geschehen«, warnte sie eindringlich. Sie spreche für alle Menschen, »die ermordet wurden, weil Menschen sie nicht als Menschen respektiert haben«. Es gebe kein christliches, kein muslimisches, kein jüdisches Blut – es gebe nur menschliches Blut, betonte Friedländer. »Wir sind alle gleich – seid Menschen!«, sagte sie.
Die 1921 in Berlin geborene Margot Friedländer hat das Konzentrationslager Theresienstadt als einzige in ihrer Familie überlebt. Nach der Befreiung 1945 ging sie im Jahr darauf mit ihrem Ehemann in die USA.
Nach mehr als 60 Jahren im Exil in New York kehrte Friedländer mit 88 Jahren schließlich nach Berlin zurück. Sie ist heute wieder Mitglied der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und hat vor zwei Jahren die »Margot Friedländer Stiftung« zur Fortführung der Zeitzeugenarbeit gegründet.

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#BerlinTraegtDavidstern.