30.09.2026 / 19. Tishri 5787
01.09.2020

»Kompetenznetzwerk Antisemitismus« gegründet

01.09.2020

Am 30. Juni hat sich im Großen Saal in der Oranienburger Straße 28 das »Kompetenznetzwerk Antisemitismus«, das die Programme des Anne-Frank-Zentrums Berlin, der Bildungsstätte Anne Frank Frankfurt, des Kompetenzzentrums für Prävention und Empowerment der ZWSt, des Bundesverbands RIAS (Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus) sowie der KIgA (Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus) koordiniert, der Öffentlichkeit vorgestellt.
Sein Ziel ist es, durch Zusammenarbeit und Wissenstransfer die Angebote im Bereich der Antisemitismusprävention, der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit, der Beratung sowie der Dokumentation und Analyse antisemitischer Vorfälle zu bündeln, weiterzuentwickeln und sie Akteuren aus den Bereichen Bildung, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zur Verfügung zu stellen.
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Gideon Joffe, sprach über die aktuelle Verbreitung antisemitischer Verschwörungsmythen im Internet und auf Demonstrationen gegen die Anti-Corona-Maßnahmen. Gerüchte, wonach Juden das Virus in die Welt gesetzt hätten, um an den Heilungs- oder Impfkosten zu verdienen, seien »erschreckend« und kursierten weltweit. Auch deshalb sei es so wichtig, dass sich die Akteure im Kampf gegen Antisemitismus zusammentäten. Die fünf Organisationen, die nun zusammenarbeiteten, seien fünf Finger, die sich jetzt zu einer schlagkräftigen Hand verbunden hätten.
Um das Ziel dieses Netzwerks zu veranschaulichen, präsentierte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey ein T-Shirt der Hebräischen Universität Jerusalem und berichtete, dass das Tragen dieses T-Shirts nicht unbefangen möglich sei. Sie erklärte, dass es das Ziel des Netzwerks sein müsse, dass man immer und überall solch ein T-Shirt tragen könne.
»Die Gründung des Netzwerks ist ein bedeutsamer Schritt für die Antisemitismusbekämpfung. Erstmalig wird damit die Datenerhebung zu judenfeindlichen Vorfällen direkt und institutionell mit der Entwicklung von Präventionsansätzen verknüpft. Es haben sich fünf kompetente Organisationen zusammengeschlossen, die großes Vertrauen und hohes Ansehen genießen. Sie sind wichtige Partner für mich. Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit!«, betonte der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein.
Der Zusammenschluss wird durch das Programm »Demokratie leben!« des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über die nächsten fünf Jahre gefördert. Über seine Tätigkeit und Angebote können Sie sich auf der eigenen Webseite des Netzwerks informieren: 
www.kompetenznetzwerk-antisemitismus.de

Mehr lesen

22.09.2026 Uncategorized

Statement zum Ergebnis der Berliner Abgeordnetenhauswahl
„Berlin steht vor massiven Herausforderungen"

15.09.2026 Beiträge

Berlin vor der Wahl
Am 9. September 2026 lud die Jüdische Gemeinde zu Berlin zum politischen Gespräch ein. Zu Gast waren die Spitzenkandidaten Steffen Krach (SPD), Stefan Evers (CDU), Werner Graf (Bündnis 90/Die Grünen), Elif Eralp (Die Linke). Moderiert wurde die Veranstaltung von Constantin Schreiber.

15.09.2026 Beiträge

Berlin trägt Davidstern
Nach einem feigen antisemitischen Angriff auf eine Frau in Berlin-Mitte rufen jüdische Organisationen zur Solidaritätsaktion „Berlin trägt Davidstern“ auf. Am Donnerstag, den 17. September 2026, sind alle Berlinerinnen und Berliner aufgerufen, als Zeichen gegen antisemitische Einschüchterung und für Zusammenhalt sichtbar einen Davidstern zu tragen – ob als Anstecker, Schmuckstück oder in den sozialen Medien unter dem Hashtag

#BerlinTraegtDavidstern.