19.06.2026 / 4. Tammuz 5786
01.06.2019

Jom Haschoa

01.06.2019

Gedenkveranstaltung und Namenslesung im Gemeindehaus

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin lud am 2. Mai anlässlich des Jom Haschoa und des 76. Jahrestages des Aufstandes im Warschauer Ghetto zu einer Gedenkveranstaltung in das Jüdische Gemeindehaus Fasanenstraße.
In seiner Begrüßungsrede sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Gideon Joffe, vor den zahlreich erschienenen Gästen aus Bundes- und Landespolitik, des Diplomatischen Corps und der Religionsgemeinschaften: »Auch 74 Jahre nach dem Ende der Schoa ist der Antisemitismus noch nicht besiegt. Unser jüdisches Gymnasium muss leider regelmäßig jüdische ‹Flüchtlinge› aufnehmen, die aufgrund ihrer Religion an anderen Berliner Schulen gemobbt wurden. Nicht selten passiert dies durch muslimische Jugendliche. Deswegen freut es mich umso mehr, heute auch Vertreter islamischer Gemeinden begrüßen zu dürfen, denn den Kampf gegen den Antisemitismus können wir nur gemeinsam führen.« Ganz besonders herzlich dankte Dr. Joffe den anwesenden Überlebenden der Schoa Assia Gorban, Rudi Simonsohn, Mickey Aron, Petra und Franz Michalsky und Margrit Schmidt.
Die Gedenkrede hielt Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister von Berlin, Senator für Kultur und Europa. »Es ist unser Auftrag neben dem ehrenden Gedenken an die Opfer, die Erinnerung an die nächste Generation weiterzugeben«, betonte Dr. Lederer. 
Im Anschluss sprach Rabbiner David Gwirtz ein Gebet für die Opfer des Anschlags auf die Synagoge in Poway/Kalifornien am 27. April.
Der Abend wurde musikalisch umrahmt von Schülern des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn unter der künstlerischen Leitung von Ulla Berhanu und Boris Rosenthal. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden am Mahnmal vor dem Jüdischen Gemeindehaus Kränze niedergelegt. Das Kaddisch sprach Gemeinderabbiner Jonah Sievers und das El male Rachamim trug Kantor Isidoro Abramowicz vor.
Bereits um 9 Uhr begann vor dem Gemeindehaus die vom Jugendzentrum »Olam« unter dem Motto »Jeder Mensch hat einen Namen« betreute Lesung der Namen der 55.696 ermordeten Berliner Juden aus dem Gedenkbuch des Landes Berlin, die bis in den späten Abend andauerte.

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