150 Stimmen setzen in der Synagoge Rykestraße ein kraftvolles Zeichen für jüdisches Leben in Berlin.
»Es war schon lange unser Wunsch, gemeinsam mit weiteren hebräischen Chören ein großes Konzert auf die Beine zu stellen«, sagt Dirigent Gabriel Loewen-heim. Mit »BeYachad – Zusammen« sei dieser Traum nun Wirklichkeit geworden. Dass rund 150 Sängerinnen und Sänger aus fünf Chören in der größten Synagoge Deutschlands auftreten konnten, verstehe er als starkes Zeichen gelebter Gemeinschaft.
Am 22. Februar wurde die Synagoge Rykestraße zum Klangraum dieser Idee. Der Abend war mehr als ein Konzert. Er war Ausdruck lebendiger jüdischer Kultur – und ein bewusstes Bekenntnis zu ihrer Sichtbarkeit in Deutschland. Gerade in einer Zeit, in der antisemitische Vorfälle zunehmen, wollten die Mitwirkenden zeigen: Wir sind da, wir gehören dazu und wir stehen zusammen. Besonders erfreulich: Die Synagoge war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Unter der Leitung von Gabriel Loewenheim entstand ein mitreißendes Programm mit hebräischen, jiddischen, israelischen und synagogalen Werken. Die Vielfalt der musikalischen Traditionen verband sich zu einem eindrucksvollen Klangbild, das die vollbesetzte Synagoge tief bewegte. Rund 1300 Gäste aus Politik, jüdischer Gemeinschaft und Zivilgesellschaftwaren der Einladung gefolgt.
Die Schirmherrschaft hatte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, übernommen. In seinem Grußwort bezog er klar Stellung zu den jüngsten Vorfällen im Rahmen der Berlinale und betonte unmissverständlich: Antisemitismus hat in Berlin keinen Platz. Auch der Vorsitzende der Jüdische Gemeinde zu Berlin, Dr. Gideon Joffe, hob in seiner Begrüßung die besondere Bedeutung dieses Abends hervor: »In diesen Zeiten ist es keine Selbstverständlichkeit, dass alle zusammenkommen, um zu zeigen: Wir gehören zusammen.« Seine Worte brachten auf den Punkt, was an diesem Abend spürbar war: Solidarität, Zusammenhalt und gelebte Gemeinschaft.
Unter den zahlreichen Gäste befanden sich unter anderem der langjährige Direktor des Louis Lewandowski Festival, Nils Busch-Petersen, der Ehrenpräsident des Handelsverband Berlin-Brandenburg, Heinz Rotholz, die Kulturdezernentin der Jüdischen Gemeinde, Sara Nachama, die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau sowie Brandenburgs Antisemitismus-
beauftragter Andreas Büttner. »BeYachad – Zusammen« war damit nicht nur der Titel des Konzerts, sondern sein gelebtes Programm: Musik als verbindende Kraft, Gemeinschaft als Antwort auf Ausgrenzung – und ein starkes, hörbares Zeichen jüdischen Lebens in unserer Stadt.