19.06.2026 / 4. Tammuz 5786
01.01.2022

Bäume Pflanzen an Tu Bischwat

01.01.2022

Tu Bischwat, der 15. Tag des Monats Schwat, wird als Neujahrsfest der Bäume erstmals in der Mischna erwähnt. Heute ist Tu Bischwat in Israel ein geradezu nationaler Feiertag mit unvergleichlichem Symbolcharakter. Der Brauch, am 15. Schwat in die Natur hinaus zu ziehen und Bäume zu pflanzen, erscheint uns vielleicht alt zu sein, doch dieses Ritual geht erst auf eine Initiative des Schriftstellers, Forschers und Historikers Zeev Jabetz zurück, der 1887 nach Eretz Israel gekommen war und sich zunächst im Dorf Jehud bei Petach Tikwah niedergelassen hatte. Er arbeitete Lehrpläne für die Schulen aus und wurde Leiter der Schule in Sichron Jaakow. Jabetz, der auch als Rabbiner fungierte und Herausgeber der Zeitschrift »Haaretz« war, schlug vor, die Tage 15. Aw, Lag Baomer, Chanukka und Tu Bischwat als schulische Feiertage zu begehen. Die Gründe, weshalb Jabetz auch den 15. Schwat als Feiertag vorschlug, weisen auf seine Initiative für ein Fest des Pflanzens hin, »um die Setzlinge lieb zu gewinnen, die Pflanzungen des Landes, die Gott unseren Vätern gepflanzt hat, damit sie sich an ihnen sättigen und an ihrer Schönheit erlaben können. Der Tag, der seit jeher in Israel ein Neujahr der Bäume war, soll in den Schulen als Feiertag begangen werden, an dem über die Bäume, Setzlinge und Rosen gesprochen wird.«. 1892, im einzigen Tu Bischwat, an dem Jabetz in Sichron Jaakow weilte, zog er also mit seinen Schülern hinaus, um Bäume zu pflanzen. Damit war eine neue Tradition geboren. Die Lehrergewerkschaft und der Jüdische Nationalfonds – Keren Kayemeth LeIsrael (JNF-KKL) – institutionalisierten diesen Brauch 1908 und verliehen ihm einen erzieherischen Aspekt. Auf diese Weise wurden die Kinder praktisch an der Entwicklung des Landes und der Verschönerung seiner Landschaften beteiligt und für den Umweltschutz interessiert.
Jede Pflanzung symbolisiert die Beteiligung des Einzelnen am nationalen Werk. Schon Rabbi Jochanan ben Sakkai hat den Zusammenhang zwischen der Erlösung des Volkes und des Landes betont: »Wenn du dabei bist, zu pflanzen und man sagt dir: Der Maschiach kommt, dann beende zuerst deine Pflanzung und dann geh hinaus, um ihn willkommen zu heißen« (Awot de-Rabbi Natan, Kap. 2:31). Diese Verteilung der Prioritäten bringt auch den grundlegenden Wert zum Ausdruck, der das Pflanzen für die Erlösung von Volk und Land besitzt, und in unseren Tagen vielleicht sogar die Erlösung der Existenz. Das moderne Zeitalter bringt neue Technologien mit sich, die das Schlagen von Wäldern erleichtern. Dadurch wird das Gleichgewicht der Natur erschüttert. Die Furcht um das Schicksal des Baumes findet ihren Ausdruck in den Worten unserer Weisen: »Im Moment, da man einen Obstbaum abholzt, geht seine Stimme von einem Ende der Welt zum anderen, doch die Stimme hört man nicht« (Pirke de-Rabbi Elieser 34). 
Baumpflanzungen sind eine existenzielle Notwendigkeit. Der KKL ist mit dem Pflanzen von Wäldern beauftragt, mit der Förderung des Naturwaldes und der Errichtung von Parkanlagen und Erholungszentren und konnte mit Hilfe seiner Freunde und Förderer Millionen Bäume pflanzen. Dieses Forstwerk ist in seiner Art einzigartig, denn Israel ist der einzige Staat der Welt, in dem am Ende des 20. Jahrhunderts mehr Bäume standen als zu dessen Beginn, denn als damals viele Einwanderer nach Israel kamen, war das Land karg und trocken. Der Einsatz der Pioniere war es, der Israel zu einem grünen Fleck im Nahen Osten werden ließ. Für den KKL ist Tu Bischwat das Zentrum für weitverzweigte erzieherische Aktivitäten im ganzen Land. Rund 250.000 Schüler beteiligen sich jedes Jahr an Pflanzzeremonien im Monat Schwat zusammen mit Tausenden Menschen, die ebenfalls die Mizwa des Pflanzens von Bäumen in Erez Israel erfüllen. 
Auch wenn man nicht in Israel wohnt, kann man durch den Jüdischen Nationalfonds Bäume pflanzen lassen: für sich selbst, für die Familie und für Freunde. Und wenn man möchte, bekommt man für seine Baumpflanzung eine Urkunde ausgestellt. 
Hier geht es zum Bäumespenden: www.jnf-kkl.de/spenden/

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