30.09.2026 / 19. Tishri 5787
01.03.2022

»Amnesie International»?

01.03.2022

Liest man sich den am 1. Februar vorgelegten Bericht von Amnesty International durch, dann fällt eines direkt auf: Jede Tatsache, die den Staat Israel legitimiert, so zum Beispiel die UNO Resolution 181, wird unterschlagen. Jede arabische Aggression gegen Israel wird unterschlagen. Jeder arabische Terrorismus wird unterschlagen, ebenso wie die wiederholten Ankündigungen, die Juden zu vernichten. Auch die aktuelle Drohung palästinensischer Aktivisten, Israel auszulöschen: »From the River to the Sea, Palestine will be free!» findet keinen Eingang in Amnestys Bericht.
 

Ferner wird die Beteiligung Israels gleichberechtigter arabischer Bürger in israelischen Institutionen – angefangen mit der Regierung, der Knesseth, dem Obersten Gericht (wie auch allen ihm untergeordneten Gerichtsinstanzen), über deren Mitwirkung an Wissenschaft und Forschung, in der Polizei und der Zahal bis hin ihrer ökonomischen Integration – ebenfalls nicht angemessen dargestellt.
Israel ist kein perfektes Land. Es gibt vieles, was zu verbessern ist. Das wissen die Israelis selbst am besten. Nicht zuletzt wird dies an den mannigfaltigen öffentlichen Auseinandersetzungen in den verschiedensten Medien sichtbar, die an Schärfe nichts zu wünschen übrig lassen. 
Aber zurück zu Amnesty, deren Bericht und deren Forderungen. Nicht nur, dass da wieder jeden besseren Wissens ganz Israel als »Apartheidstaat» bezeichnet wird; ebenso kontrafaktisch ist es, Israel »Verbrechen gegen die Menschlichkeit» vorzuwerfen. 
Dieser Bericht wird niemandem in diesem Konflikt helfen. Am wenigsten den Palästinensern, die schon seit Jahrzehnten von ihrer politischen Führung und von falschen Freunden hintergangen werden. Was der Bericht ebenfalls ignoriert: Nur wenige arabische Israelis würden mit ihren »Cousins» in Kairo, Amman, Damaskus oder Beirut, geschweige denn Ramallah oder Nablus tauschen wollen.
»Eine halbe Wahrheit [es ist ja noch nicht mal ein Bruchteil Wahrheit, S.K.] ist eine ganze Lüge» – ist es da vermessen zu sagen, dass Amnesty lügt?
Mit seinen Forderungen am Ende des Berichts, die zudem fast wortgleich mit denen des BDS sind, negiert Amnesty International faktisch das Selbstbestimmungsrecht des jüdischen Volks. Amnesty International hat sich damit wohl endgültig von den Menschenrechten verabschiedet und sich in die Reihen der Antisemiten eingereiht.

Sigmount Königsberg

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