29.09.2026 / 19. Tishri 5787
26.11.2024

86. Jahrestag der November-Pogrome von 1938

26.11.2024

Gedenkveranstaltung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Am 12. November lud die Jüdische Gemeinde zu Berlin anlässlich des 86. Jahrestages der Nazi-Pogrome vom 9. zum 10. November 1938 zur jährlichen Gedenkveranstaltung in das Gemeindehaus Fasanenstraße. Der Gemeindevorsitzende, Dr. Gideon Joffe, begrüßte zuerst sehr herzlich die anwesenden Schoa-Überlebenden, unter ihnen Gemeinderepräsentantin Assia Gorban und die Berliner Ehrenbürgerin Margot Friedländer, die wenige Tage zuvor ihren 103. Geburtstag gefeiert hatte.
In seiner Rede sagte der Gemeindevorsitzende, beim Gedenken an die Pogrome habe man nicht nur die Schwarz-Weiß-Bilder von 1938 vor Augen. Aus dem weltweiten Bekenntnis »Nie Wieder!« sei die Unsicherheit des »Schon wieder?« geworden. »Wenn es soweit kommt, sind wir alle verloren! Das wäre der Anfang vom Ende der hart erkämpften Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Deshalb appellieren wir an die Politik, Kirche und Zivilgesellschaft, die Kräfte dringend zu bündeln, um gemeinsam diese demokratiegefährdenden Zustände zu beenden«, so Dr. Joffe weiter.
Das Grußwort für das Land Berlin hielt Berlins Bürgermeister und Finanzsenator Stefan Evers, der in seiner Rede an den Mut der Zivilgesellschaft appellierte, dass der Schutz jüdischen Lebens nicht nur Aufgabe der Sicherheitsbehörden sei. Unter den zahlreichen Gästen aus Politik; Diplomatie und Gesellschaft waren auch Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, die Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Bahar Haghanipour, und der tschechische Botschafter Jiri Cistecky. Für das künstlerische Rahmenprogramm sorgten Schülerinnen und Schüler des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn und der Rabbinerin Regina Jonas Schule unter der Leitung von Ulla 
Berhanu und Niklas Mihr. Der Abend endete mit einer feierlichen Kranzniederlegung am Mahnmal vor dem Jüdischen Gemeindehaus mit dem El male Rachamim von Kantor Isidoro Abramowicz und dem Kaddisch durch Gemeinderabbiner Jonah Sievers.
Schon seit dem Morgen wurden bis nach 21 Uhr vor dem Gemeindehaus die Namen der 55.696 ermordeten Berliner Jüdinnen und Juden aus dem Gedenkbuch des Landes Berlin gelesen. Berlinerinnen und Berliner waren aufgerufen, sich an der Namenslesung zu beteiligen. Vor Ort standen Virtual-Reality-Brillen zur Verfügung, mit denen man sich in das Innere der ehemaligen Synagoge versetzen konnte. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde auch eine Simulation der ehemaligen Synagoge Fasanenstraße auf die Fassade des Gemeindehauses projiziert.

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