08.07.2026 / 23. Tammuz 5786
08.07.2026

40 Jahre HGS: Eine bemerkenswerte Entwicklung

08.07.2026

Mit Stolz feiert die Jüdische Gemeinde zu Berlin am 5. Juli das 40-jährige Bestehen der Heinz-Galinski-Grundschule. Was heute als lebendiger und selbstverständlicher Bestandteil des jüdischen Lebens in Berlin gilt, begann in den 1980er-Jahren unter schwierigen Voraussetzungen. Vor dem Hintergrund eines innergemeindlichen Wandels entstand bereits 1983 die Idee, eine jüdische Grundschule zu gründen. Die Nachkriegsgemeinde war stark von den Erfahrungen der Vergangenheit geprägt, und viele Mitglieder waren Holocaustüberlebende, deren Nachkommen sich als »Berliner Kinder« in der heutigen Bundeshauptstadt zu Hause fühlten. Gleichzeitig war das jüdische Leben im Alltag nicht immer selbstverständlich verankert. Entsprechend vorsichtig, aber auch hoffnungsvoll wurden die Überlegungen begleitet. Ob eine solche Schule Bestand haben könnte, war zunächst offen.

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin sowie engagierte Eltern und Gemeindemitglieder wagten den Schritt. Im August 1986 nahm die Schule in der Bleibtreustraße 43 mit 25 Kindern unter der Leitung von Direktor Micha Barkol und zwei Lehrerinnen ihren Betrieb auf. Die Anfangsjahre waren von Unsicherheit geprägt, doch mit wachsender Schülerzahl und zunehmendem Vertrauen entwickelte sich die Schule kontinuierlich weiter. Bereits 1988 umfasste die Schule vier Klassen, und 34 neu eingeschulte Kinder kamen in zwei weiteren Klassen hinzu. Ende der 1980er-Jahre wurde eine zweite Außenstelle eröffnet.

Die durch die Zuwanderung aus Osteuropa verjüngte Gemeindestruktur ab Anfang der 1990er-Jahre führte zu einem bedeutenden Meilenstein: 1995 folgte der Umzug in den eigens errichteten Neubau in der Waldschulallee. Feierlich wurde unter großem Aufsehen der breiten Öffentlichkeit der vom Architekten Zwi Hecker geplante Bau seiner Bestimmung übergeben. Hier fand die Schule nicht nur ein dauerhaftes Zuhause, sondern auch Raum für ihre pädagogische Vision, die von Anfang an bestand: die Verbindung von säkularer Bildung mit jüdischer Tradition und hebräischer Sprache. Dieses Konzept hat sich über die Jahrzehnte hinweg bewährt und prägt die Schule bis heute. Vier Jahrzehnte nach ihrer Gründung ist die Heinz-Galinski-Grundschule »erwachsen geworden«.

Aus einem kleinen, zunächst unsicheren Projekt ist eine etablierte Bildungseinrichtung gewachsen, die von einer starken Gemeinschaft getragen wird. Generationen von Schülerinnen und Schülern haben hier gelernt, ihre Wurzeln zu entdecken und selbstbewusst ihren Weg zu gehen. Viele Eltern entscheiden sich daher, ihre Kinder an den weiterführenden Oberschulen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin anzumelden. Die Geschichte der Heinz-Galinski-Grundschule, die aktuell von mehr als 250 Schülern in 13 Klassen besucht und von 49 Lehrern, Erziehern und weiterem pädagogischem Personal betreut wird, steht damit nicht nur für den Aufbau einer Schule, sondern auch für die Stärkung jüdischer Identität und Gemeinschaft in Berlin – damals wie heute.

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