Das 1999 gegründete Abraham Geiger Kolleg (AGK) in Potsdam ist eine Ausbildungsstätte für Rabbiner und Kantoren und An-Institut der Universität Potsdam.
Es ist nach Rabbiner Abraham Geiger, einem wichtigen Vertreter des liberalen Judentums in Deutschland benannt und wurde von Jan Mühlstein (damals Vorsitzender der Union progressiver Juden in Deutschland) und dem Gründungspräsidenten Rabbiner Walter Jacob z‘‘L ins Leben gerufen.
Im Januar 2023 hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin die Trägerschaft des Abraham Geiger Kollegs übernommen. Sie steht für Einheit in der Vielfalt und ist der Rabbinats- und Kantoratsausbildung durch Dozenten und Alumni, durch Praktika und viele Ordinationsfeiern eng verbunden. Mit der Trägerschaft des AGK setzt die Jüdische Gemeinde zu Berlin ihre Tradition als Plattform eines gelebten religiösen Pluralismus in überzeugender und konsequenter Weise fort.
Von 1872 bis zur Zerstörung durch die Nationalsozialisten 1942 war Berlin Standort der liberalen Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Ihr spiritus rector Abraham Geiger (1810 – 1874) war ebenso, wie ihr letzter Dozent Leo Baeck (1873 – 1956) Berliner Gemeinderabbiner. Das 1999 gegründete Abraham Geiger Kolleg steht in der Tradition der Hochschule.
Das Abraham Geiger Kolleg ist über seine Mitgliedschaft in der Union progressiver Juden in Deutschland K.d.ö.R. Teil der weltweit agierenden liberalen Dachverbände. Die 1926 gegründete Weltunion für progressives Judentum ist mit 1,8 Millionen Mitgliedern in mehr als 1.250 Gemeinden in 50 Staaten weltweit die größte jüdische Organisation. Stand 2026 hat das AGK 57 Alumni, die als Rabbiner und Rabbinerinnen, Kantoren und Kantorinnen überwiegend in Deutschland, aber auch europa- und weltweit für die Jüdische Gemeinschaft tätig sind.
Rabbinischer Leiter ist Rabbiner Prof. Andreas Nachama, Leiter der Kantoratsausbildung ist Kantor Isidoro Abramowicz, beide sind auch in Synagogen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin tätig.