26.07.2026 / 12. Av 5786
26.11.2024

Symbol unserer Gegenwart und Zukunft

26.11.2024

Betrachtungen zu Chanukka 5785 von Gemeinderabbiner Jonah Sievers

In wenigen Tagen beginnt Chanukka. Es ist das Fest, das uns jedes Jahr an den Triumph des Lichts über die Dunkelheit, der Tora über den Götzendienst und der Freiheit über die Unterdrückung erinnert. Auch in diesem Jahr fühlen sich diese Symbole besonders bedeutsam an, denn wir sind Zeugen eines Antisemitismus und Hasses, der nach dem 7. Oktober 2023 in einer unvorstellbaren Weise zu Tage getreten ist.
Der 7. Oktober bleibt ein tiefer Schock für uns alle, auch wenn wir uns vielleicht an die Situation gewöhnt haben. Dieser grausame Angriff, der nicht nur das Leben unzähliger Menschen zerstört hat, sondern auch die Wunden eines uralten Hasses aufgerissen hat, der sich weltweit wieder zu verbreiten scheint. Die Fratze des ewig alten Antisemitismus ist wieder deutlich sichtbar, nicht nur hier, sondern auch weltweit.
Doch Chanukka lehrt uns, dass wir in Zeiten der Dunkelheit nicht verzweifeln dürfen. Es ist die Geschichte der Makkabäer, die mit unerschütterlichem Vertrauen und beispiellosem Mut gegen eine übermächtige Unterdrückung kämpften. Sie glaubten an die Möglichkeit des Unmöglichen — und es geschah ein Wunder. Als das kleine Fläschchen Öl, das nur für einen Tag ausreichen sollte, acht Tage lang brannte, wurde es zu einem Symbol des Vertrauens, das uns bis heute inspiriert.
Dieses Licht ist mehr als nur eine Erinnerung an ein vergangenes Wunder. Es ist ein Symbol für unsere Gegenwart und Zukunft. Wenn wir die Chanukka-Kerzen entzünden, bringen wir Licht in die Welt, in eine Welt, die von Angst, Vorurteilen und Hass bedroht wird. Jedes Licht, das wir anzünden, ist ein Zeichen des Widerstands gegen diese Dunkelheit.
Lassen Sie uns Chanukka auch als Aufruf zur inneren Einheit verstehen. Nur wenn wir zusammenstehen und uns gegenseitig unterstützen, werden wir die äußeren Widrigkeiten gut überstehen.  Gleichsam lassen Sie uns in dieser Chanukka-Zeit daran denken, dass mit Bekanntmachung des Wunders, gleichsam die Aufgabe verbunden ist in die Welt zu wirken, auch wenn uns das manchmal schwerfällt.  In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein lichtvolles, friedliches und gebenschtes Chanukka. Mögen die Lichter dieses Festes unsere Herzen erhellen und uns Zuversicht für die kommenden Zeiten geben.
Chag Urim Sameach!
Gemeinderabbiner Jonah Sievers

Mehr lesen

10.07.2026 News

EUPJ bestätigt Zentrales Liberales Bet Din Deutschland als einzig anerkanntes liberales Rabbinatsgericht
Die European Union for Progressive Judaism (EUPJ) hat das von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Union progressiver Juden in Deutschland gegründete Zentrale Liberale Bet Din Deutschland mit Wirkung zum 1. Juni 2026 als anerkanntes Rabbinatsgericht aufgenommen.

08.07.2026 Beiträge

40 Jahre HGS: Eine bemerkenswerte Entwicklung
Mit Stolz feiert die Jüdische Gemeinde zu Berlin am 5. Juli das 40-jährige Bestehen der Heinz-Galinski-Grundschule. Was heute als lebendiger und selbstverständlicher Bestandteil des jüdischen Lebens in Berlin gilt, begann in den 1980er-Jahren unter schwierigen Voraussetzungen. Vor dem Hintergrund eines innergemeindlichen Wandels entstand bereits 1983 die Idee, eine jüdische Grundschule zu gründen.

02.07.2026 Beiträge

Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom
Lesung des deut. Texts: Naomi Krauss Donnerstag, 9. Juli 2026 | 19:00 Uhr Ort: Neue Synagoge Berlin Oranienburger Straße 28–30, 10117 Berlin