26.07.2026 / 12. Av 5786
01.06.2024

Jom Haschoa – 81. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto

01.06.2024

Am 6. Mai gedachte die Jüdische Gemeinde des Jom Haschoa und des 81. Jahrestages des heldenhaften Aufstandes im Warschauer Ghetto. Der Gemeindevorsitzende Dr. Gideon Joffe begrüßte zunächst die anwesenden Schoa-Überlebenden und Ehrengäste, unter ihnen Berlins Wissenschaftssenatorin Dr. Ina Czyborra, Aaron Sagui, Gesandter des Staates Israel, der evangelische Landesbischof, Dr. Christian Stäblein, und der tschechische Botschafter Tomáš Kafka sowie weitere Vertreter aus Politik, Diplomatie, Kultur und Gesellschaft.

Für den Gemeindevorsitzenden stand das diesjährige Gedenken ganz unter dem Eindruck des grausamen Massakers der Hamas: »Der 7. Oktober ist der brutalste Tag für Juden weltweit seit der Schoa«, so Dr. Joffe. Er betonte aber auch die Unterschiede zwischen der Gegenwart und der Schoa und appellierte an den Mut der Mehrheitsgesellschaft, sich für die eigene Freiheit und für demokratische Werte einzusetzen. Denn dieser Einsatz sei gleichzeitig der beste Schutz, auch für die jüdische Gemeinschaft.

Die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld, betonte in ihrem Grußwort, dass Deutschland eine besondere, aus der Geschichte erwachsene Verantwortung für die Sicherheit der Juden in Deutschland, aber auch für die Sicherheit und Existenz Israels, trage. »Der heutige Gedenktag ist eine Mahnung mit Blick auf die Gegenwart und Zukunft«, so Seibeld.

Die Schoa-Überlebenden Margot Friedländer, 102-jährige Berliner Ehrenbürgerin, und die Gemeinde-Repräsentantin Assia Gorban entzündeten danach zwei der sechs Kerzen, die für die sechs Millionen ermordeten Juden stehen.

Der Abend wurde von Schülern und Schülerinnen des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn und der Rabbinerin-Regina-Jonas-Schule mit Musik und Lesungen umrahmt. Bei der anschließenden Kranzniederlegung am Mahnmal vor dem Gemeindehaus sang Kantor Isidoro Abramowicz das El mole Rachamim und Rabbiner Yitshak Ehrenberg sprach das Kaddisch. Von 9 bis 21 Uhr wurden zudem vor dem Gemeindehaus die Namen der 55.696 ermordeten Berliner Juden aus dem Gedenkbuch des Landes Berlin verlesen.

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