26.07.2026 / 12. Av 5786
01.05.2021

Ein Haus, das Grenzen überschreitet

01.05.2021

Käthe-Beutler-Haus auf dem Campus Berlin-Buch feierlich eingeweiht

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller, haben am 24. März ein neues Gebäude für die transnationale medizinische Forschung des Berlin Institute of Health (BIH) in der Charité sowie des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) auf dem Wissenschafts-, Gesundheits- und Biotechnologiepark Campus Berlin-Buch eingeweiht. Das frühere Klinikgebäude wurde saniert und durch einen Neubau, das Käthe-Beutler-Haus, ergänzt. Der Name des Hauses erinnert an die jüdische Ärztin und Wissenschaftlerin Käthe Beutler, die 1935 unter den Nazis in die USA emigrieren musste. Ihr Sohn und Enkel überbrachtenm ebenso wie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Gideon Joffe, Grußworte per Videobotschaft.
Käthe Beutler studierte in Berlin Medizin und war anschließend zunächst an der Charité und danach in eigener Praxis als Kinderärztin tätig. Im Jahr 1935 musste sie mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten fliehen, in den USA fand sie eine neue Heimat. Ihr Sohn Frederick Beutler und ihr Enkelsohn Bruce Beutler sind ebenfalls Wissenschaftler, Bruce Beutler erhielt im Jahr 2011 den Nobelpreis für Medizin für seine Arbeiten auf dem Gebiet der angeborenen Immunität. Beide waren bei der Einweihung des Käthe-Beutler-Hauses per Video zugeschaltet und erinnerten an ihre Mutter und Großmutter. »Wir haben sie als eine starke Person erlebt, die immer versucht hat, Gutes zu tun, auch in einer Welt, die ihr gegenüber besonders hart war«, sagte Bruce Beutler in seiner Würdigung. »Wenn sie heute hier wäre, würde sie sich freuen – und sicher sehr darüber staunen, dass die Charité ein Haus nach ihr benennt. Wir sind stolz darauf, dass ihr vorbildliches Leben von dieser angesehenen Institution gewürdigt wird, die eine prägende Rolle in ihrer beruflichen Laufbahn spielte.«
Auch Dr. Joffe freute sich über die Namenswahl für das neue Forschungsgebäude: »Käthe Beutler steht stellvertretend für die vielen vertriebenen jüdischen Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen im Dritten Reich. Indem wir ihrer heute gedenken, stellen wir sicher, dass das Andenken an dieses Unrecht gewahrt bleibt. Gleichzeitig sind wir glücklich darüber, dass Wissenschaft heute grenzenlos betrieben wird und internationale Zusammenarbeit selbstverständlich geworden ist.«
»Das neue Käthe-Beutler-Haus wird die Forschung in Berlin weiter verbinden – und zwar sowohl räumlich als auch inhaltlich. Geschaffen wurde ein gemeinsamer Forschungsstandort für das BIH und das MDC am Campus Buch. Dabei steht die Namensgeberin des neuen Gebäudes, die Kinderärztin und Forscherin Dr. Käthe Beutler, durch ihre persönliche Lebensgeschichte für Entschlossenheit, Durchsetzungsfähigkeit und Weitsicht. Sie hat damit auch in der heutigen Zeit gerade für junge Wissenschaftlerinnen, Forscherinnen und Studentinnen eine Vorbildfunktion.«, so die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek anlässlich der Eröffnung, die coronabedingt nur mit wenigen Gästen vor Ort stattfand. Karliczek überbrachte ihre Grüße daher per Videobotschaft, ebenso wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller: »Das Käthe-Beutler-Haus nimmt in der privilegierten Partnerschaft des MDC mit dem BIH in der Charité eine wichtige Brückenfunktion ein. Ihre gemeinsamen Forschungsaktivitäten sind von großer wissenschaftlicher, gesundheitspolitischer und gesellschaftlicher Bedeutung und finden nunmehr ideale Rahmenbedingungen. Ich bin sehr dankbar, dass mit diesem besonderen Forschungsgebäude der Name Käthe Beutlers nach Berlin zurückkehrt und für unsere wachsende Medizinmetropole steht.«

Mehr lesen

10.07.2026 News

EUPJ bestätigt Zentrales Liberales Bet Din Deutschland als einzig anerkanntes liberales Rabbinatsgericht
Die European Union for Progressive Judaism (EUPJ) hat das von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und der Union progressiver Juden in Deutschland gegründete Zentrale Liberale Bet Din Deutschland mit Wirkung zum 1. Juni 2026 als anerkanntes Rabbinatsgericht aufgenommen.

08.07.2026 Beiträge

40 Jahre HGS: Eine bemerkenswerte Entwicklung
Mit Stolz feiert die Jüdische Gemeinde zu Berlin am 5. Juli das 40-jährige Bestehen der Heinz-Galinski-Grundschule. Was heute als lebendiger und selbstverständlicher Bestandteil des jüdischen Lebens in Berlin gilt, begann in den 1980er-Jahren unter schwierigen Voraussetzungen. Vor dem Hintergrund eines innergemeindlichen Wandels entstand bereits 1983 die Idee, eine jüdische Grundschule zu gründen.

02.07.2026 Beiträge

Buchvorstellung mit Tuvia Tenenbom
Lesung des deut. Texts: Naomi Krauss Donnerstag, 9. Juli 2026 | 19:00 Uhr Ort: Neue Synagoge Berlin Oranienburger Straße 28–30, 10117 Berlin