29.09.2026 / 19. Tishri 5787
29.03.2024

CDU-Vorsitzender Friedrich Merz besucht Jüdisches Gymnasium

29.03.2024

Am 13. März besuchte der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz erneut unser Jüdisches Gymnasium Moses Mendelssohn, um in Begleitung des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Gideon Joffe, mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus seit dem Terrorangriff der Hamas und dessen Auswirkungen auf jüdisches Leben in Berlin zu sprechen, aber auch um über vielseitige andere politische Themen zu diskutieren.

Kurz nach dem 7. Oktober hatte Merz die Schule schon einmal besucht. Diesmal beklagte er, dass auch fünf Monate nach dem islamistischen Terroranschlag der Hamas auf Israel jüdische Schüler in Deutschland Angst hätten: »Das Grundgefühl, dass man als jüdischer Schüler in Deutschland nicht sicher lebt, daran hat sich leider nicht viel geändert.« Dies sei ein bedrückender Zustand, den man nicht akzeptieren könne. Merz wies auch darauf hin, dass es tausend Moscheen in Deutschland gebe und keine müsse geschützt werden, was auch sehr gut sei. Zugleich gebe es hundert Synagogen und alle müssten geschützt werden.

Dr. Joffe erklärte, unsere Schulen seien »leider mehr und mehr zu einer Zufluchtsstätte von bedrängten und verfolgten jüdischen Schülern geworden«. Ein Drittel der Schüler komme von anderen Schulen, wo sie gemobbt würden. Weiter sagte er: »Noch nicht ein einziges Mal habe ich gehört, dass ein muslimischer Schüler irgendwo in der Bundesrepublik die Schule verlassen musste, weil er als Muslim verfolgt wird. Das ist ein sehr gutes Zeichen, dass Muslime keine Angst haben müssen. Das müssen wir aber definitiv auch für die Juden schaffen, sonst bekommen wir langsam französische Verhältnisse.« In Frankreich könnten jüdische Kinder kaum noch öffentliche Schulen besuchen.
Im Gespräch mit Merz erzählten die Schüler auch welche Probleme es schon vor dem 7. Oktober für Juden gegeben habe: »Schon vorher war klar, dass ich nur ohne den Stern rausgehe und in der Bahn nicht Hebräisch spreche. Aber am 7. Oktober wurde klar, wie tief die Probleme sitzen.« Eine Schülerin berichtete, dass sie Angst habe, mit einer Kette mit Davidstern aus dem Haus zu gehen. Andererseits sehe sie oft arabischstämmige Schüler mit dem Symbol eines Palästinas ohne den Staat Israel, was aber toleriert werde. Ein Schüler erzählte, ihm sei klar, würde er in Neukölln offen für Israel sprechen, würde er mit Gewalt konfrontiert.

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#BerlinTraegtDavidstern.