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01.12.2021

Gedenken zum 83. Jahrestag der November-Pogrome von 1938

01.12.2021

Anlässlich des 83. Jahrestages der November-Pogrome von 1938 hatte die Jüdische Gemeinde zu Berlin zu ihrer traditionellen Gedenkveranstaltung in das Gemeindehaus Fasanenstraße geladen. In Anwesenheit des Bundespräsidenten, Dr. Frank-Walter Steinmeier, und der gerade 100 Jahre jung gewordenen Margot Friedländer, begrüßte der Gemeindevorsitzende, Dr. Gideon Joffe, die anwesenden Schoa-Überlebenden, Gemeindemitglieder und die zahlreich erschienenen Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Kirchen und Verbänden, unter ihnen Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff. Aufgrund des Corona-Hygienekonzepts musste die Teilnehmerzahl auf 170 Personen beschränkt werden.
In ihrer Rede bezeichnete Bundesjustizministerin Christine Lambrecht die Novemberpogrome als Orgie barbarischer Gewalt und äußerte sich zutiefst besorgt über den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller betonte in seinem Grußwort die herausragende Bedeutung dieses Gedenkens für Freiheit und Demokratie. Zuvor hatte der Gemeindevorsitzende Dr. Joffe in seiner Ansprache die Sorge geäußert, dass das Gedenken am 9. November zunehmend dem Fall der Berliner Mauer gewidmet würde.
Die Veranstaltung war Teil der Jüdischen Kulturtage Berlin. Das musikalisch-literarische Rahmenprogramm gestaltete das Streichquartett der Berlin Sinfonietta. Die Gedenkveranstaltung endete mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal vor dem Jüdischen Gemeindehaus, dem von Kantor Isidoro Abramowicz vorgetragenen »El Male Rachamim« und dem Kaddisch durch Gemeinderabbiner Jonah Sievers.
Am selben Abend wurde im Rahmen des Projekts »#WeRemember – Novemberpogrome 1938« des World Jewish Congress auch eine Simulation der einstigen Synagoge Fasanenstraße, die am 9. November 1938 in Brand gesteckt wurde, auf die heutige Fassade des Jüdischen Gemeindehauses projiziert. Zudem standen vor Ort Virtual-Reality-Brillen zur Verfügung, mit denen man sich in das Innere der ehemaligen Synagoge versetzen konnte.
Bereits seit 9.00 Uhr wurden bis in die Nacht vor dem Gemeindehaus die Namen der 55.696 ermordeten Berliner Juden aus dem Gedenkbuch des Landes Berlin gelesen. Zahlreiche Berliner und Berlinerinnen waren dem Aufruf gefolgt, sich an der von Jugendlichen des Jugendzentrums »Olam« betreuten Namenslesung zu beteiligen.

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